KiWi belohnt Fans mit: … Werbung!

Aktion mit Beigeschmack

Der Verlag Kiepenheuer & Witsch will sein eBook-Programm an den Mann bringen und hatte letztes Jahr eine Aktion der „ganz selbstlosen“ Art gestartet: Ein 450 Seiten starkes eBook winkte jedem, der ebendiese Aktion durch Mundpropaganda auf Facebook oder Twitter bekannt machte. Ein kostenloses eBook, das kann man seinen Freunden schon mal empfehlen, warum nicht? Clevere Social-Media-Kampagne – könnte man meinen.

Grund genug, einen genaueren Blick auf das ordentlich dicke und trotzdem kostenlose eBook zu werfen: „KiWi kriminell“ bietet „Das Spannendste aus 15 Kriminalromanen“, wie das Cover verrät. Was nichts anderes bedeutet, als dass es sich dabei um 15 Leseproben handelt.

Leseproben – war das nicht bisher eins der Werbemittel, mit denen Verlage ihre Bücher den Lesern schmackhaft machen wollten? Seit wann müssen Leser es sich verdienen, diese lesen zu dürfen?

Gut, es geht um so prominente Autoren wie Frank Schätzing und Helge Schneider. Da würde ich vielleicht auch mal reinschauen wollen. Und in den Networking-Zeiten des Web 2.0 entsteht vielleicht sogar eine noch engere Bindung zwischen Leser und Leseprobe, wenn er sich diese erst „freispielen“ muss. Trotz allem hat die KiWi-Aktion den bitteren Beigeschmack des Etwas-tun-um-mit-Werbung-belohnt-zu-werden.

Das könnte der Grund sein, warum die Aktion mittlerweile eingestellt wurde. „KiWi kriminell“ kann nun ganz normal als eBook (PDF oder EPUB) kostenlos von der Verlagsseite runtergeladen werden. Wie es sich für Leseproben gehört.

Mein Fazit

  1. Social Marketing lässt sich auf Endprodukte anwenden, an denen letztendlich das Interesse besteht und für die Kunden Geld ausgeben. Werbemittel lassen sich nur schwer zum Gegenstand der Begierde erheben.
  2. Ein Interesse für einen Ausschnitt des Produkts zu generieren, kann nach hinten losgehen. Der Kunde stellt schnell fest, dass es kein wirklich verlockendes Angebot darstellt. Vor allem, wenn es um etwas geht, das er normalerweise hinterher geworfen bekommt. Das wiederum kann dazu führen, dass dieser sich „veräppelt“ vorkommt oder das Angebot im besten Falle einfach ignoriert.
  3. Würde ein Verlag diese Aktion mit einem vollständigen – und interessanten – Buch durchführen, würde das sicherlich einschlagen wie eine Bombe! Das Interesse ließe sich noch stärker generieren, wenn die Aktion begrenzt werden würde durch einen kurzen Zeitraum, der Anzahl der Empfehlungen oder eine Einschränkung auf die ersten 200 „Gewinner“.
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