Machst du diese 7 Fehler beim Schreiben?

Wer Texte schreibt, muss sich unweigerlich mit der Rechtschreibung auseinandersetzen. Leider stößt man in den Weiten des Internets immer wieder auf typische Fehler wie „Sylvester“, „vorrüber“ und „brilliant“. Ein guter Texter weiß, dass es Silvester, vorüber und brillant heißt. Aber manchmal schleichen sich gar falsche Wortbedeutungen in den täglichen Sprachgebrauch.

Hier sind die häufigsten Fehler, die es für einen guten Texter zu vermeiden gilt:

1. anscheinend vs. scheinbar
Er ist anscheinend betrunken. Er lallt, als sie ihn anruft. (Vermutung)

Er ist scheinbar betrunken. Er tut nur so (zum Schein), um sie abzuwimmeln.

2. groß schreiben vs. großschreiben
Werden zwei Wörter auseinander geschrieben, ist ihre wörtliche Bedeutung gemeint. Schreibt man sie zusammen, gilt der übertragende Sinn. Das merkt man oft auch an der Betonung:

groß schreiben – Man braucht viel Platz für die Buchstaben, wenn man groß schreibt!

großschreiben – Hauptwörter werden großgeschrieben.

3. Worte vs. Wörter
„Wörter“ sind eine grammatikalische Einheit. Mehrere Wörter bilden einen Satz. Der Wortschatz und das Wörterbuch bestehen aus vielen Wörtern. Und die gibt es in verschiedenen Sprachen.

„Worte“ sind das, was man sagt und der Gedanke dahinter. Man benutzt geflügelte Worte, große Worte und man gibt Ehrenworte.

Fehlen einem die Worte, ist man sprachlos. Fehlen einem die Wörter, hat man entweder seine Vokabeln nicht gelernt oder jemand hat Tipp-Ex benutzt.

4. buk vs. backte
Es gibt regelmäßige Verben (sie kauft, sie kaufte) und unregelmäßige Verben (sie lügt, sie log). Manchmal wandelt sich ein Wort im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte von einem unregelmäßigen (starken) zu einem regelmäßigen (schwachen) Verb. Auch wenn es anfangs von einigen wenigen wie ein Fehler klingt, setzt es sich unaufhaltsam durch und irgendwann werden diejenigen korrigiert, die stur an der alten Form festgehalten haben: „Das heißt ‚ich backte‘ und nicht ‚ich buk‘!“ Korrekt ist aber beides.

5. erschreckt oder erschrocken?
„Erschrecken“ kann man sich auf drei Arten:

Intransitiv kann man erschrocken sein. Er hat sich ganz schön erschrocken.

Transitiv kann man jemanden erschrecken. Hast du mich erschreckt!

Reflexiv kann man sich erschrecken. Dabei gelten beide Formen. Ich hab mich erschreckt/erschrocken!

6. dieses Jahres – diesen Jahres
Hier gilt nur eine Antwort: dieses Jahres. Das ist der korrekte Genitiv. Die falsche Form „diesen Jahres“ ist vermutlich angelehnt an der Formulierung „nächsten Jahres“.

7. dasselbe – das selbe – das Selbe
Den Unterschied zwischen „dasselbe“ und „das Gleiche“ hat bereits die Sesamstraße erklärt: Wenn zwei Menschen das Gleiche anhaben, sind sie im Partnerlook; haben sie dasselbe an, wird es eng.

Es gibt auch keinen Grund „dasselbe“ und „das Gleiche“ gleichzuschreiben. (Apropos: Etwas „gleich zu schreiben“ bedeutet – ganz wörtlich – sofort zum Stift zu greifen.)

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2 Antworten zu Machst du diese 7 Fehler beim Schreiben?

  1. Eugen Pawlowski schreibt:

    Eine Anmerkung zum Verb „backen“ sei erlaubt: Die Verwendung der schwachen bzw. der starken Konjugation kann bei einigen Verben auch einen Bedeutungsunterschied kennzeichnen, wenngleich beide Bedeutungen dieselbe Wurzel („verfestigen, kompaktieren“) haben können: „Lieb‘ ich’s stark, buk ich vielleicht den Kuchen in meinem Ofen hie. – Der Schnee jedoch, der backte, er buk nie. – Auch schmölz‘ er mir, erhitzt‘ ich ihn. Bei süßem Backwerk doch – schmelz‘ ich dahin.“

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